Stadtteilchronik 1989 – 1990

1989

Loonharder Gwerch
Unter diesem Motto findet das diesjährige Stadtteilfest im Rahmen der 10 jährigen Städtepartnerschaft Nürnberg-Krakau am Leonhardsplatz statt. Ein Festzelt und ein vielseitiges Programm erwartet die Bürger. Auch der Bürgerverein St. Leonhard Schweinau lädt ein.

Schweinau: Statt Altenwohnheim Geschäfts- und Wohnhaus
An der Schweinauer Hauptstraße/Ecke Holzwiesenstraße geht der Neubau mit einem Lebensmittelmarkt, Ladengeschäften und 42 Sozialwohnungen der Fertigstellung entgegen. Zum Komplex: Bauplanung ohne Fingerspitzengefühl.

Geisseestraße – Anwohner atmen auf
Der Bürgerverein und die Anwohner in der Geisseestraße setzen sich durch: der Kaufmarkt bleibt am angestammten Platz in der Schwabacher Straße. Die Bürger in der Geisseestraße werden von einem Neubau verschont. Ein Erfolgserlebnis. Nicht aber für die Anwohner in der Hermannstraße; denn die umgebaute Schwabacher Straße bietet sich als Zufahrtsweg an.

Abschleppen in Sofortaktion
In der Geisseestraße werden Fahrzeuge ohne zulässige Kennzeichen sofort abgeschleppt. Aufgeklebte Rotpunkte, die eine gewisse Frist zur Beseitigung setzen sind hinfällig. Frage: Warum nicht auch in der Konstanzenstraße?

Vorstand wiedergewählt
Am 6. April wird bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins der Vorstand wiedergewählt. Bei den Beisitzern werden Hellmuth Fischer und Gerhard Beck bestätigt und Erich Frommann sowie Thomas Kotulla neugewählt. Zwei weitere Jahre Arbeit zum Wohle der Bürger liegen vor uns. Packen wir’s an.

Schweinauer Schüler gewinnen
Bei einem von der Stadtsparkasse ausgeschriebenen Wettbewerb “Unsere Umwelt mitgestalten” erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Amberger Schule den ersten Platz. Vorbild für Erwachsene.

Arbeiterwohlfahrt richtet Hilfsdienst ein
Die Arbeiterwohlfahrt richtet im Haus Orffstraße 21 den Ambulanten Sozialen Hilfsdienst ein. Das Angebot für pflegebedürftige Menschen ist umfangreich. Ein Lob ist angesagt.

Trinkbrunnen am Leonhardsplatz
Im Juni wird ein 50 000 Mark teurer Brunnen auf dem Leonhardsplatz von Stadtrat Otto Peter Görl den Bürgern übergeben. Für diesen “sprudelnden Grabstein” hatten sich bei einem Wettbewerb die Bürger jedoch nicht entschieden. Das favorisierte Modell wurde vom Kulturausschuss “abgeschossen” Platz 2. Bürgermeinung ist nicht gefragt!

Fehlplanung Rothenburger Straße
Der Umbau der Rothenburger Straße zwischen Bertha-von-Suttner-Straße und Fuggerstraße erfolgt nach einem völlig ungenügenden Straßenplan. Kein Radweg, fehlende Ampeln, zu wenig Bäume. Eine Rennbahn. Kosten: 4,3 Millionen Mark.

Hintere Marktstraße – neuer Glanz
Die Renovierungsarbeiten der Anwesen Hintere Marktstraße 46 und 48 sind abgeschlossen. Die Gebäude werden vollständig genutzt. Rettung auch für die Elisenstraße 17?

Ampelanlage: Ja oder Nein?
Die Kreuzung Schweinauer Hauptstraße/Elisenstraße ist eine Gefahrenzone insbesondere für Kinder (Kindergartennähe!). Stadtrat Dr. Doni erklärt: “Die befassten Diensstellen sind der Auffassung, dass Abhilfe nur durch die Errichtung einer Lichtsignalanlage möglich ist.” Die Anlage kommt auf die Vormerkliste. Aber dort brauchen wir sie nicht, sondern in Schweinau.

Klares NEIN zu Rockpalast
Bei der Podiumsdiskussion im Kulturladen Rothenburger Straße gibt es ein klares Nein für einen Rockpalast auf dem freiwerdenden Schlachthofgelände. Vielmehr wird ein multifunktionales “Kulturzentrum” gewünscht. Stadtrat Werner Feile: “Für die Restfläche sind von der Verwaltung Überlegungen anzustellen.” Das tun auch wir.

Neue “Alte Allee”
Die Stadt aht den Bürgerverein erhört. Der geplante Grünzug, der als öffentliche Grünfläche“ mit einem Fuß- und Radweg festgesetzt werden soll, erstreckt sich von der Bahnunterführung der Finkenstraße entlang des Gaswerkareals sowie der vorhandenen Kleingartenanlage bis hin zur Hans-Schmidt-Straße. Der Baumbestand wird gesichert. Grünflächen erweitert. Eine Rad-Fußweg-Anbindung an die Holbeinstraße ist vorgesehen. Auf ins Grüne.

Recyclinghof – der fehlte noch
Trotz der großen Umweltbelastung in Schweinau wagt es die Stadt, noch ein Problem mehr in den Stadtteil zu packen: Recyclinghof in der Daimlerstraße. Bei einer Standortbesichtigung seitens des Amtes für Umweltschutz merken die Vertreter des Bürgervereins: Zu spät, die Anlage steht. Die Bürger wurden wieder übergangen (oder: überfahren). Der Ruf nach Bezirksausschüssen wird laut.

Bezirksausschüsse
Ein Thema, bei dem es in der Arbeitsgemeinschaft der Bürger- und Vorstadtvereine (AGBV) unterschiedliche Meinungen gibt; denn Stadtteile, in denen der Stadtrat um die Ecke wohnt, brauchen keine solche Einrichtung. In anderen Städten wie in München und Ingolstadt haben sich Bezirksausschüsse bewährt. Der Bürgerverein St. Leonhard Schweinau lässt dieses Thema nicht fallen.

1990

Villa Bosch
Die Firma Bosch erwirbt mittels Vorkaufsrecht die denkmalgeschützte Villa Zweibrückener Straße 5 mit einem wertvollen 3500 Quadratmeter großen Parkgrundstück, obgleich sich das Unternehmen nicht zur Wohnungsnutzung hin ausweiten darf. Obwohl das Wohnungsaufsichtsgesetz die Zweckentfremdung von Wohnraum verbietet. Gesetz und Verordnung fordern den Erhalt der Bäume. Die Firma Bosch macht was sie will. Die Stadt als Handlanger von Bosch?

Galvanikschlamm in Leonhard
Am Pferdemarkt ist die Einrichtung einer Valvanikschlamm-Aufbearbeitungsanlage geplant. Der Bürgerverein wehrt sich. Das Projekt wird lt. Herrn Rolf Praml (Umweltreferent) nicht errichtet.

Mammutbau im Süden von St. Leonhard?
Das Wohnhaus Ecke Schwabacher Straße 108/Schweinauer Straße wird abgerissen. Der Neubau soll protzig werden und passt in keinster Weise in das Sanierungsgebiet, in dem vor allem auf den Erhalt und die Renovierung alter Bausubstanz Wert gelegt wird. Die Stadterneuerer müssten es wissen.

Geld für Kindergarten Grünstraße
Die Finanzierung ist mit insgesamt 1,8 Millionen Mark im Mittelfristigen Investitionsplan (MIP) enthalten. Durch den Bau des Kindergartens verbessert sich die Hortsituation in der Georgstraße. Die Bürgervereins-Arbeit war nicht vergebens.

Mehnert&Veeck soll weg
Der Bürgerverien und Anwohner fordern die Auslagerung der Firma, da das Unternehmen den Schutz der Umwelt ignoriert. Wesentliche Überschreitung der TA-Luft wird endlich nachgewisen. Fällt die Firma unter die Störfallverordnung? Die Stadt schweigt.

CEBAL – Macht auf das Tor
Trotz Abgasreinigungs-Anlage gibt es noch immer Probleme. Für den Luftaustausch in den Hallen werden die Tore geöffnet. In den Produktionspausen von Samstag bis Sonntag werden Bandstraßen gewartet und die Trockenöfen ausgebrannt. Mehr als ärgerlich für die Anwohner.

Wand-Kunst
Im Gewerbehof Orffstraße 21 hält die Kunst Einzug. Wandbilder setzen ihren Siegeszug fort. Vorgänger: Rothenburger Straße 108 (durch die Baulücke zu sehen), Schweinauer Straße (Blick vom Schulhaus Richtung Rothenburger Straße. Begonnen haben damit die Gostener Hofmaler.

Schlachthof: Vertrag perfekt
Das neue Fleischzentrum setzt sich zusammen aus der Südfleisch GmbH und der Fleischmarkt GmbH (= ein Zusammenschluss von Großschlächtern). Kosten: 40 Millionen Mark. Betriebsbeginn: Voraussichtlich 1993. Große Zugeständnisse der Stadt, allerdings nicht bei der Nutzung des Restgeländes. Wir fordern Kultur im Stadtteil – die Stadtverantwortlichen verstecken sich hinter der Kulturmeile.

Standortfrage für Jugendfreizeitheim entschieden
Die Entscheidung, das Jugendfreizeitheim in der Hinteren Marktstraße 63 – 73 zu errichten, ist gefallen. In die Olgastraße kommt ein Kindergarten. Der Einsatz des Bürgervereins war erfolgreich.

Abriss in der Schweinauer Hauptstraße?
Die Bewohner des Hauses Schweinauer Hauptstraße 46 haben berechtigte Angst, dass das historische Gebäude abgebrochen werden soll. Finanzakrobaten wollen das große Geld machen. Die Folgen: Ein Betonklotz, überhöhte Mieten und wo bleibt die Menschlichkeit? Wo bleibt die stadtteilprägende historische Bausubstanz? Die Stadt Nürnberg – Handlanger für Grundstücksspekulanten?

Sperrmüll – Neue Regelung?
Sperrmüll wird nicht wie bisher in regelmäßigem Turnus, sondern kostenlos nach Anruf abgeholt.

Schweinauer Bürger sind die GeLACKmeierten
Die Lackfirma Arno Schill GmbH & Co. KG in der Nopitschstraße 63 stellt einen Antrag zur Erweiterung der Anlagen zur Herstellung von Lacken, Holzschutzmitteln und Kunststoffdispersionsklebern. Der Bürgerverein fordert einen Luftreinhalteplan, um zu klären, ob überhaupt eine weitere Luftbelastung zulässig ist.

Fassadenwettbewerb: Gebäude in Schweinau und St. Leonhard gewinnen
Das Haus Hintere Marktstraße 48 = 2. Preis. Das Haus Hintere Marktstraße 46 = Anerkennungspreis. Das Haus Orffstraße 21a = Sonderpreis. Bei 47 Bewerbern ein anerkennenswertes Ergebnis. Glückwunsch!

Hintere Marktstraße 40

Hintere Marktstraße 40

Denkmalgeschützter Bauernhof gerettet
Ein Mitglied des Bürgervereins kauft den denkmalgeschützten Bauernhof Hintere Marktstraße 40. Der Bürgerverein wünscht Herrn Jörg Leykauf bei der Renovierung gutes Gelingen. Die Hintere Marktstraße wird zur Renovierungs-Musterstraße: Haus Nr. 40, Haus Nr. 46, Haus Nr. 48, Haus Nr. 59 und Haus Ecke Elisenstraße (Elisenstraße 23).

Zurück zur Übersicht