Stadtteilchronik 1987 – 1988

1987

Altes Schulhaus wird “Stadterneuerungstreff”
Das Anwesen Georgstraße 5, einst Schulhaus, später Polizeiwache, war dem Abbruch nahe. Am7.Mai wird das renovierte Gebäude als “Stadterneuerungstreff St. Leonhard” eingeweiht. An dem Erhalt war der Bürgerverein nicht unwesentlich beteiligt. Ein weiterer Pluspunkt für unsere Arbeit.

Gesucht: Schandfleck
Die “Schandfleckaktion” wird ins Leben gerufen. Alle Bürger sind aufgefordert, Schandflecke mitzuteilen. Diese werden der Öffentlichkeit im Nachrichtenblatt vorgestellt. Der Bürgerverein schreibt an die zuständigen Verwaltungsbehörden und teilt den Bürgern das Ergebnis mit. Unser Stadtteil soll schöner werden.

Stadtkämmerer will in der Grünstraße baggern.
Die Häuser 17 und 21 in der Grünstraße aus der Gründerzeit sollen zu einem Kindergarten umgebaut werden. Dieser Wunsch des Bürgervereins ist dem Kämmerer Dr. Schmitz ein Dorn im Auge. Gerhard Beck, Architekt und Beisitzer im Vorstand des Bürgervereins, belegt mit Plänen die Möglichkeit eines entsprechenden Umbaus. Erhalt stadtteilprägender Bausubstanz wird mit stadtteilbezogener Nutzung verbunden. Neue Zeichen werden gesetzt.

Aktiv auf dem Aktivspielplatz
Nach dem Austausch des durch Schadstoffe schwerbelasteten Bodens nimmt der Aktivspielplatz der Arbeiterwohlfahrt an der Amselstraße seinen Betrieb auf. Im nächsten Jahr soll es richtig losgehen.

Mehnert & Veeck
Nicht nur die Luft, sondern auch die Bodenverschmutzung (-vergiftung) ist Anlaß für den Bürgerverien, das Betriebsgelände der Firma Mehnert & Veeck in Augenschein zu nehmen. Erstaunliche Mängel kommen an den Tag. Durchgreifende Maßnahmen zum Schutze der Umwelt werden gefordert. Die Stadt schläft.

“Tempo 30″ kommt
Ein Teil von St. Leonhard wird als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Der Verkehrsausschuß beschloss im Vorjahr (6. November 1986), die Tempo-30-Regelung in allen Wohngebieten einzuführen.

Fahrkartenprobleme
Mit dem neuen Verkehrsverbund (VGN) kommen neue Fahrkarten (Streifen) mit 5 und 10 Abschnitten. Die Kurzstrecke ist geboren. Für die VGN-Kunden: Un-Durchblick!

Die 7 Aufrechten: Hintere Marktstraße 46
Noch sind die Renovierungsarbeiten am Haus Hintere Marktstraße 46 nicht vollendet. Doch Mieter beziehen bereits ihre fertigen Wohnungen, während sieben Mitglieder des Bürgervereins im Erdgeschoß fleißig weiterwerkeln. Opfer für die Mitglieder: Zeit, Schweiß und Geld. Lohn: Ein vom Abriß bedrohtes, denkmalgeschütztes Gebäude wird erhalten.

Neue Vorstandschaft
Seit dem 27. März gibt es einen Neuen Vorstand. Die Vorsitzenden: Michael Gnan, Thomas Geismann, Detlef Schwarz, Schatzmeisterin: Marion Simon. Schriftführerin: Ilse Treml.

1988

Anlaufstelle für die Schweinauer Jugend
Der Vorschlag des Bürgervereins, das Gebäude Hintere Marktstraße 67a für die Jugendlichen freizugeben, wurde in die Tat umgesetzt. Ziel: An der ursprünglich geplanten Stelle in der Olgastraße soll ein Kindergarten entstehen.

Plakatwand an der VDM zum Gedenken
Zwei Jahre nach dem skandalösen Abriss des Industriedenkmals VDM erinnert der Bürgerverein auf einer gemieteten Plakatwand in der Gustav-Adolf-Straße an das unrühmliche Geschehen. Wir gedenken der erschreckenden Unfähigkeit, das gut erhaltene, stilvolle Fabrikgebäude sinnvoll zu nutzen, sowie der behördlichen Gleichgültigkeit und Ignoranz.

Plakatwand zum Gedenken an die VDM | Foto: Th. Geismann

Plakatwand zum Gedenken an die VDM | Foto: Th. Geismann

Verständnis für Grünstraße 17 und 21
Stadtheimatpfleger Architekt Scholz schreibt an Baudirektor Haygis (Untere Denkmalschutzbehörde): “ich habe volles Verständnis für die Sorge des Bürgervereins St. Leonhard Schweinau, die stadtbildbestimmenden Kriterien der Ur-Besiedelung des Ortskerns zu schützen und zu erhalten” Weitere Unterstützung bekommt der Bürgerverein von dem Bezirksheimatpfleger Dr. Töpner, der die Häuser “stadtteilprägend” nennt, von dem Landtagsabgeordneten Rolf Langenberger, vom Landesamt für Denkmalschutz und vom Vorsitzenden des Regionalausschusses Franken hilfreiches Verständnis?

Tempo-30-Schilder in Schweinau
In Schweinau wird die Tempo-30-Zone beschildert. Lediglich die Fahrbahnmarkierungen fehlen noch. Rasen ist out!

Schweinauer wollen Ampelanlage
Über 500 Schweinauer Bürger und Bürgerinnen unterschreiben die Forderung nach einer Lichtsignalanlage an der Kreuzung Schweinauer Haupt-/Elisenstraße. Diese Unterschriften werden bei der Bürgerversammlung dem Bürgermeister übergeben. Sicherheit ist in! Zumindest bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Bürgerversammlung ohne Oberbürgermeister
Im Oktober lässt sich der Oberbürgermeister vom Bürgermeister Prölß bei der Bürgerversammlung vertreten. 35 Wortmeldungen betreffen u.a. den großen Mangel an Kindergartenplätzen, die Einrichtung eines Treffpunktes für ältere Mitbürger/innen, die Verkehrsbelastung, Ampelanlagen, den Erhalt der Häuser in der Grünstraße, die Schlachthofplanung. Eine Diskussion bzw. ein Gespräch findet nicht statt.

Eröffnung: Aktivspielplatz Amselstraße
Am 28. September findet die offizielle Eröffnung des Aktivspielplatzes statt. Jetzt fehlt noch ein Spielhaus.

Diakonisches Zentrum Südwest
Das Zentrum in der Georgstraße 10 (St. Leonhard) öffnet seine Pforten. Am 19.10. findet die Einweihung statt. Angeboten werden u.a. häusliche Kranken- und Altenpflege, Haushaltshilfsdienst, Kurzzeitpflegestation, “Urlaubspflege”, Übergangspflege, Mobilisationspflege, 15 Senioren-Mietwohnungen, ärztliche Bereitschaft. Eine gute Einrichtung im Stadtteil.

Schweinauer Sänger feiern
Ihr 140-jähriges Bestehen feiert die Sängervereinigung Harmonie-Liederkranz 1848 am 22. Oktober. Diese Vereinigung aus Schweinau gehört zu den ältesten heute noch voll aktiven Chorvereinen. Singen Sie mit!

Grünstraße 17 und 21: Erhalt
Die Stadträte beschließen in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses einstimmig: Die beiden Gründerzeit-Häuser Grünstraße 17 und 21 in St. Leonhard bleiben erhalten und sollen zu einem Kindergarten umgebaut werden. Eine Frage bleibt: Wann?

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