Schwelbrand in der MVA: 30 Meter hohe Rauchwolke giftig?

brand-in-der-mvaAus bislang noch ungeklärten Gründen ist heute Nacht um 2 Uhr ein Feuer in der Müllverbrennungsanlage (MVA) ausgebrochen. In den frühen Morgenstunden stieg eine über 30 Meter hohe Rauchsäule auf und bis zur gegenwärtigen Stunde gelang es der Feuerwehr nicht den Brand zu löschen. Die Berufsfeuerwehr, der zeitweise sogar der Löschschaum ausging, rechnet damit, dass die Löscharbeiten bis in die Nacht andauern werden.

Seit dem Morgen wurden die Bürger insbesondere in Sandreuth, Steinbühl, Gibitzenhof, Hummelstein und Hasenbuck gebeten, die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Eine gesundheitliche Gefährdung durch den Rauch behaupten Feuerwehr und Stadt Nürnberg ausschließen zu können. Dort sorgt man sich mehr um eine Verzögerung bei der Müllabfuhr.

n_mva_01Eine Leichtigkeit die der Bürgerverein St. Leonhard / Schweinau e. V. nicht nachvollziehen kann. “Wenn mehrere 1000 Kubikmeter Hausmüll in einem Schwelbrand ungefiltert in die Umgebungsluft verbrennen, befürchten wir giftigste Emissionen.”, so der Bürgervereinsvorsitzende Felix Geismann. Seit den Planungen zum Bau der MVA lehnt der Bürgerverein die Müllverbrennungsanlage inmitten innerstädtischer Wohnquartiere strikt ab und sieht sich durch den heutigen Unfall auf ganzer Linie bestätigt. Der Verein sieht die Betriebssicherheit der MVA massiv in Frage gestellt und fordert eine umfassende Aufklärung der Vorfälle, Geismann: “Bei der Genehmigung der Anlage wurde damals behauptet ein Störfall wie der heutige sei absolut ausgeschlossen. Wir erwarten dass die Verantwortlichen hierzu Stellung beziehen.”

Inzwischen hat so auch das Landesamt für Umweltschutz (LfU) als Überwachungsbehörde der MVA auf eine Anfrage des Bürgervereins reagiert und gegenüber dem Vereinsvorstand mitgeteilt, eine Gefahrenlage für die Bevölkerung habe aus seiner Sicht nicht bestanden.  Wegen “der vielfältigen und nicht exakt bekannten Müllzusammensetzung” könnte eine derartige “außenwirksame Betriebsstörung” trotz intensiver betrieblicher Überwachungs- und Vorsorgemaßnahmen nicht vollständig ausgeschlossen werden: “Die von Feuerwehr und Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN ) durchgeführten Messungen, auf die in aktuellen Mitteilungen der Stadtverwaltung Nürnberg hingewiesen wird, entsprechen den Ergebnissen der Sicherheitsanalyse, wonach gesundheitliche Gefährdungen auszuschließen sind.”, so Werner Kröger vom Referat “Thermische Abfallbehandlungsanlagen” im LfU.

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