An Arbeit wird es nicht fehlen: Das neue Stadtteilbüro am Leonhardsplatz

Sicher haben Sie direkt am Leonhardsplatz eine Veränderung bemerkt. Aus dem Trödelladen, der sehr lange hier war, wurde kurzfrisitig das Internet-Cafe “Miriam”. Als das verschwand, wurde renoviert, und vor ein paar Wochen gab es das Einweihungsfest des neuen Stadtteilbüros mitten in St. Leonhard. Trotz der Berichterstattung in den Medien weiß sicherlich nicht jeder sofort, was sich dahinter verbirgt. Peter Hellmich hat das Stadtteilbüro besucht und für Sie nachgefragt.

Das neue Büro besteht eigentlich aus zwei Teilen: Zum einen der Stadtteilkoordination und zum anderen dem Quartiersmanagement. Erstere koordiniert soziale, schulische und kulturelle Einrichtungen im Stadtviertel, letzteres kümmert sich um die Sanierung des Stadtteiles und auch um die Bürgerbeteiligung.

Quartiersmanager Stefan Boos und Stadtteilkoordinatorin Renate Popp vor dem Stadtteilbüro in St. Leonhard.

Quartiersmanager Stefan Boos und Stadtteilkoordinatorin Renate Popp vor dem Stadtteilbüro in St. Leonhard.

Allgemeiner Hintergrund: Vor 4 Jahren wurden Haushaltserhebungen in St. Leonhard und Schweinau durchgeführt. Es gab damals recht negative Ergebnisse, insbesondere zum Thema Sicherheit und Sauberkeit. Ein Beispiel ist die Fuggerstraße mit dem Autohandel und der Bordellszene. Die Medien haben ja darüber berichtet. Daraus ergab sich eine eher mangelhafte Wohnzufriedenheit. So entstand die Idee einer Stadtteilerneuerung für Viertel mit besonderem Entwicklungsbedarf. Im Jahre 2007 beschloß der Stadtrat ein Handlungskonzept im Rahmen des Förderprogramms “soziale Stadt”. Es entstand ein Fördertopf von 4,5 Mio. Euro für die nächsten 10 Jahre. Das Programm wird zu je 30% vom Bund und Land Bayern finanziert, die restlichen 40% trägt die Stadt Nürnberg. Das Ziel ist also, die Stadtviertel untereinander wieder auf höherem Niveau anzugleichen, in dem man die “Problemzonen” extra fördert. Ein ganzheitlicher Ansatz liegt dem Programm zu Grunde. Es soll dem Viertel nicht etwas übergestülpt werden. Die Felder Bürger und Stadtteilleben, örtliche Wirtschaft und Arbeit, soziale Infrastruktur, Wohnen und Ökologie sollen zusammen wirken bei den Planungen. Ein wesentlicher Faktor ist die hohe Migration und der Umstand, dass viele Familien unterhalb der Armutsgrenze im Viertel leben müssen inkl. einer also hohen Arbeitslosigkeit. Die vielen Kinder sorgen für eine Verjüngung des Viertels, ein positiver Aspekt.

Die jetzt zu lösenden Problembereiche sind im Einzelnen:

  • Verfall der Bausubstanz, Beispiel “Zuckerbärvilla” an der Holzschuher-/Wolgemutstraße
  • Kfz-Handel in der Fugger- und Holzschuherstraße inkl. Bordelle in Nähe zu einem Schulförderzentrum und dem Jugendhaus “Bertha”
  • Unwirtliches Wohnumfeld, ebenfalls Leonhard-Ost
  • Wohnungsleerstände im Bereich Rothenburger Straße
  • Nötige Wohnungssanierungen, z.B. Kollwitzstraße
  • Schweinauer Straße: ungepflegte Pflanzenbeete, Container an der Grundschule, zu kleiner Schulhof, leere Läden
  • Leonhardsplatz: Aufenthaltsort und Stadtteilplatz, Ideen für Gestaltung und Programm, z.B. geplantes Boule-Spiel
  • Schwabacher Straße: Leerstand von Geschäften, Modernisierung in den angrenzenden Baublöcken
  • zu wenig Grünflächen für Spiel und Erholung, ebenso zu wenig Sportanlagen.

Zu den zahlreichen einzelnen Themenfelder der Sanierung zählen Verkehrsentwicklung, Wohnumfeld, Grünflächen und Spielplätze, Familie, Kinder und Jugendliche (Jugendtreff), Kultur, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Senioren und Stadtteilarbeit.

Die Bevölkerung kann und soll sich natürlich einbringen, genau das ist auch ein wesentlicher Grund für das neue Stadtteilbüro mit günstigen Öffnungszeiten. Bereits jetzt kommen viele Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen vorbei. Sicher kann das Büro nicht alle Anliegen erledigen, aber es gibt gerne Hilfestellung bzw. kann den korrekten Anprechpartner nennen bzw. das Anliegen gleich weiterleiten. Es fungiert im Prinzip wie ein Bürgerbüro für die Menschen im Viertel mit den diversen Problemen. Es kommen auch Menschen vorbei, die einfach nur einen Missstand nennen wollen, den sie entdeckt haben, bzw. solche, die eine Idee zu einer Verbesserung oder Verschönerung einbringen können. Sie können gerne einfach mal unverbindlich reinschauen und sich informieren. Ein nettes Team kümmert sich gerne darum. Sie finden dort auch Flyer über aktuelle Veranstaltungen in der Gegend und natürlich auch Broschüren über die Sanierungsarbeiten. Es geht schließlich um unser eigenes Viertel, da ist es schon gut, sich dafür einzusetzen.

Peter Hellmich (Text + Foto)

So erreichen Sie das Stadtteilbüro:

Mail: qm@leonhard-schweinau.info
Telefon: 0911 – 998639-22
Fax: 0911 – 998639-29
Schwabacher Straße 66a
90439 Nürnberg

www.leonhard-schweinau.info

Stadtteilkoordination St. Leonhard-Schweinau
Telefon: 0911 – 2396340

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