Zucker-Bär: CSU fordert mehr Einsatz der Verwaltung

In Reaktion auf den Brandbrief der Bezirksheimatpflegerin Dr. Kluxen (wir berichteten) fordert die CSU-Stadtratsfraktion die Verwaltung in einem Antrag zu entschieden mehr Tempo bei den Notmaßnahmen für die Zucker-Bär Villa auf. Sie hat deshalb einen Bericht der Verwaltung beantragt, welche Maßnahmen die Bauverwaltung bis heute konkret veranlasst, um dem weiteren Verfall des Baudenkmals Zucker-Bär-Villa entgegen zu wirken. Weiter will die CSU geklärt haben, ob Anfragen oder Interessenbekundungen von Kaufinteressenten vorliegen, die den Abbruch der Zucker-Bär-Villa vorsehen.

Die Zucker-Bär-Villa in St. LeonhardDie Zucker-Bär-Villa ist ein markantes Beispiel der Villen-Architektur der Gründerzeit. Beispiele dieser Qualität und Prägnanz sind inzwischen selten, deshalb steht das Bauwerk völlig zurecht unter Denkmalschutz. Zurecht verweist der Bürgerverein St. Leonhard auch auf die industriegeschichtliche Bedeutung des Bauwerkes.”, so CSU-Stadtrat Joachim Thiel zur Begründung.

“Das Zucker-Bär-Areal an sich ist bereits ein trauriges Lehrstück zu fehlgeschlagenen Immobilien-Spekulationen. Die Grundpfandgläubiger haben hier gutes Geld verloren und es ist aus deren Sicht verständlich, dass sie nun auf eine rasche Verwertung des Areals hoffen. Diese Interessenlage vertritt vermutlich auch der im Benehmen mit den Gläubigern eingesetzte Notgeschäftsführer.” Jedoch stehen der raschen Veräußerung der Grundstücke der Denkmalschutz der Villa und der ambitionierte Bebauungsplan der Stadt entgegen, der dem städtebaulichen Umfeld entsprechend eine urbane städtische Bebauung einfordert. Zu deren Lasten dürfe die Verwertung auf keinen Fall gehen, fordert die CSU: “Aus Sicht der Stadt können die materiellen Interessen der Bankengläubiger aber nicht Maßstab des Handelns sein; sie haben diese Situation und dadurch bedingte Kreditverluste durch ihre Beleihungspolitik letztlich selbst zu vertreten. Hier stehen vielmehr Fragen städtebaulicher Qualität und der Stadtreparatur, die in diesem Viertel dringend notwendig ist, im Vordergrund. Der Wunsch auf schnelle „Verwertung“ der Assets, etwa durch Aufgabe des Denkmalschutzes ist deswegen unakzeptabel, denn dann gäbe man wichtige stadtentwicklungspolitische Zielstellungen auf.”

Abschließend stellt Joachim Thiel, der für die CSU Mitglied im Ausschuss für Stadtplanung ist, fest:
“Hier liegt beileibe kein Härtefall vor. Das hohe Baurecht auf dem weiträumigen Zucker-Bär-Areal macht den Erhalt und die Instandsetzung der Villa zumutbar, ebenso wie die berechtigte Forderung nach architektonischer und städtebaulicher Qualität. Initiatoren und Bauträger werden das kalkulieren können und diese Auflagen werden sich dann auch ganz natürlich im erlösbaren Preis des Grundstücks niederschlagen.”

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