Schule und nochmals Schule: Treffen der AG Bildung und Jugend mit BM Dr. Gsell

Am 26.03.09 kamen beim SOS Kinderdorf in Schweinau die Arbeitgruppe des Bürgervereins und Schul-Bürgermeister Dr. Klemens Gsell zusammen, um die prekäre Schul- und Bildungssituation in unserem Stadtteil zu diskutieren. Dr. Klemens Gsell war damit auf eine erste Einladung des BV-Vorsitzenden Peter Streck kurzfristig zu uns in den Stadtteil gekommen. Weitere Teilnehmer waren die Leiter(innen) unserer Schulen, ihre Elternvertretungen sowie Vertreter(innen) der mit Jugendarbeit im Stadtteil befassten Einrichtungen.

Schwerpunktthema waren der Neubau der Grundschule, sowie die Weichenstellung für ein Gymnasium als erste weiterführende Bildungseinrichtung im Stadtteil, die Klemens Gsell zuvor in einem Presseartikel in Aussicht gestellt hatte.

gsell_besucht_ag001kDie Diskussionsrunde begann bei der Darstellung der aktuellen Bildungssituation im Stadtteil: Notstandssituationen an allen Ecken und Enden! BM Gsell wurde sogleich mit einer Fülle von Problemen überschüttet: Eine seit Jahren dramatisch überfüllte Schweinauer Schule, fehlende Hortplätze, ohnehin sehr schwierige Lehrbedingungen aufgrund der Sozialstruktur, das Fehlen weiterführender Bildungsangebote, und insbesondere auch fehlende Ganztagsangebote.

BM Gsell, der das Ressort erst vor noch nicht allzu langer Zeit übernommen hatte, entschuldigte sich für die Situation, konnte jedoch keine raschen Verbesserungen anbieten. Zunächst und kurzfristig könnten nur Ausweichmöglichkeiten an andere Schulen geprüft werden.

gsell_besucht_ag002kEs verwundert natürlich, dass das Thema der Schulsituation bei der Stadt bislang mit derart großer Gleichgültigkeit hingenommen wird. So besteht wenig Verständnis für die Ratlosigkeit angesichts der derzeitigen Situation, die so tut, als wären die Kinder urplötzlich “vom Himmel geregnet”. Es schein, für Lösungen und Verbesserungen bestünde alle Zeit der Welt. – Insofern wurde in der Diskussion wiederholt sehr deutliche Kritik und Unverständnis von den Betroffenen geäußert.

Dass der Grundschulneubau kommen muss, und das baldmöglichst, stand in der Runde ohne jeden Zweifel, auch bei BM Gsell. Bei der Schule, so der Antrag der AG des Bürgervereins, solle jedoch auch auf nachhaltige Qualität geachtet werden: ein “wertvoller” Schulbau, der optimale Lernverhältnisse bietet, attraktive Pausen-, Sport- und Spielflächen, bei Verwendung ökologischer und nachhaltiger Baustoffe. – Eine entsprechende Zertifizierung stünde nicht im Vordergrund, so BM Gsell, er erklärte jedoch, dass die städtischen Baukriterien die an diesen Schulneubau zu stellen seien, bereits hohe Qualitätskriterien erfüllen werde, der “unglückliche” Pausenhofzaun der Schweinauer Schule sei hier kein Maßstab und kein Vorbild.

Besonders wichtig erschien in der Diskussionsrunde, vor dem Hintergrund der sozialen Struktur im Stadtteil, die Schaffung von Ganztagsangeboten der Schulen. Auch hier wolle man in Zukunft deutlich nachbessern und ein ausreichend großes Angebot schaffen, so Dr. Gsell, der sich viel Zeit für Veranstaltung nahm und auch nach der Sitzung noch einige Gespräche mit einzelnen Aktiven führte.

gsell_besucht_ag003kAls überaus wichtig wurde auch die Schaffung schulübergreifender Sport- und Freizeitangebote genannt. Wir im Stadtteil müssen die Menschen verbinden, dies kann insbesondere bei Jugendlichen am Besten auf Schulebene erfolgen! Unterschiedliche Bildungsrichtungen schließen gemeinsame Sportaktivitäten und z.B. gemeinsame, künstlerisch orientierte Freizeitprogramme und Kursangebote wie Musik, Tanz oder bildende Kunst nicht aus. Thema Integration: Sprachliche und kulturelle Barrieren prägen sich in diesen Bereichen am wenigsten aus und sollten im Stadtteil schulübergreifend gefördert werden.

Dass es hierfür tatsächlich auch Flächen im Stadtteil gibt, zeigt das Cebal- Gelände in Schweinau. Als groß genug und seitens des Nahverkehrs bestens erschlossen wurde dieses Grundstück gegenüber BM Gsell thematisiert: dieses Grundstück wäre, so die AG, für einen Gymnasiums – Neubau und zusätzliche Sport- und Freizeitangebote geradezu prädestiniert! BM Gsell antwortete zurückhaltend, für einen Grundstücksankauf durch die Stadt gäbe es derzeit
keinen Spielraum. Zwar steht fest dass die steigenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren ein ganzes neues Gymnasium füllen würden, zunächst müsse aber die Erweiterung der bestehenden Gymnasien geprüft werden, bevor sich ein Neubau für ein Gymnasium weiterverfolgen lasse. Das wäre doch wirtschaftlich Quatsch, so Vorsitzender Streck in einer spontanen Reaktion: 10 Mal angebaut ist immer wesentlich teurer als ein Neubau, von der sozialen Komponente, wie dargestellt, mal ganz abgesehen.

Die Gesprächsrunde war ein Anfang, seitens unserer Stadtteilbewohner in einen weiterführenden Dialog mit der Stadt bzgl. unserer Schul- und Bildungssituation einzutreten. Der Weg der vor uns liegt ist aber noch weit!

Der Bürgerverein und seine Arbeitsgruppe bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmern! – Ãœbrigens: Wenn Sie zukünftig mitarbeiten wollen: Schauen Sie in unseren Kalender und melden Sie sich. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Bürgerverein

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